Tour de France
Das Weltbekannte Radrennen in Frankreich

Die Entwicklung und Organisation großer Sportveranstaltungen ist ein Steckenpferd der Franzosen. Baron Pierre de Coubertin begründete die Olympischen Spiele der Neuzeit. Jules Rimet setzte sich für die Durchführung der Fußball-Weltmeisterschaften ein und Henri Delaunay warb für fußballerische Titelkämpfe auf europäischer Ebene.

Der französische Journalist Geo Lefevre war es, der 1903 die Tour de France entwickelte. Dabei handelt es sich um ein Etappenrennen, das mit dem Fahrrad absolviert wird. Freilich gab es um die Jahrhundertwende bereits größere Radrennen, doch die Tour de France stellte alles in den Schatten. Bis heute ist es das größte und längste Radrennen der Welt.

Die Tour de France übt weltweit einen sehr großen Reiz auf Fahrer, Sponsoren und Zuschauer aus. Die Direktoren des Rennens versuchen dieser internationalen Popularität gerecht zu werden, in dem die Etappen teilweise auch auf ausländischem Boden gefahren werden. Vor allem der Prolog, das Zeitfahren zum Auftakt, wird oft im benachbarten Ausland abgehalten. So machte die Tour bereits mehrere Male Station in den Niederlanden, Deutschland und Belgien, aber auch Irland, Spanien und Großbritannien waren bereits Austragungsort des Prologs. So unterschiedlich die Startorte auch sein mögen, das Ziel ist immer dasselbe. Paris ist das Ende der rund 5.500 Kilometer langen Reise. Auf dem Champs-Élysées wurden die besten Radfahrer der Welt zu Legenden.

Der Führende in der Gesamtwertung trägt traditionell das gelbe Trikot, damit er für die Zuschauer besser erkennbar ist. Bereits 1919 wurde diese Regelung eingeführt. Nach und nach kamen weitere Spezialtrikots hinzu. Im Jahre 1953 erhielt erstmalig der beste Sprinter das grüne Trikot übergestreift. Obwohl es schon seit 1933 eine Bergwertung bei der Tour de France gibt, wurde erst 1975 das weiße Trikot mit rosa Punkten für den besten Bergspezialisten ausgelobt. Ebenfalls seit 1975 gibt es das ganz weiße Trikot für den besten Nachwuchsfahrer. Nicht selten sind ehemalige Gewinner der weißen Trikots dann Jahre später auch im gelben Trikot des besten Fahrers nach Paris gekommen.

Der Rekordsieger der Tour de France heißt Lance Armstrong aus den USA. Zwischen 1999 und 2005 dominierte der Amerikaner das Etappenrennen und konnte siebenmal den Gesamtsieg davontragen. Mit je fünf Siegen rangieren hinter ihm Radsportlegenden, deren Namen bis heute noch gut bekannt sind. Jacques Anquetil und Bernard Hinault aus Frankreich, Eddy Merckx aus Belgien und der Spanier Miguel Indurain haben der Tour ihren Stempel aufgedrückt. Während die ersten Sieger der Tour de France sich mit rund 6.000,- französischen Francs zufrieden geben mussten, erhält der Gesamtsieger heute rund 400.000,- Euro. Das Preisgeld ist im Laufe der Geschichte mit der Tour mit gewachsen.